„Chill out“ und der Schulweg

IPhone Ela 083Die Maus wird ein richtiges, selbständiges Schulkind. Ich habe es kommen sehen und war heute trotzdem gerührt als sie das erste Mal nur bis zum Eingang des Schulgebäudes gebracht werden wollte. Ich habe mich sogar noch eine Weile am Eingang herumgedrückt falls sie doch zurück kommt und bis zum Klassenraum gebracht werden will. Sie kam aber nicht zurück und will das morgen wieder so machen. Auf einmal geht das ganz schnell. Sie hatte auch ihren ersten Nachmittagskurs im Rahmen der Hortbetreuung. Ich konnte sie gar nicht darauf vorbereiten, dass sie einen Platz im  gewählten Kurs bekommem hat, weil die Mitteilung erst am Tag kam, an dem der Kurs auch schon startete. Sie hat mir zu Hause quasi nebenbei berichtet, dass sie den ersten Termin zum „Chill out“ – Kurs schon hatte und es toll fand. Wie? So ohne mich und ohne Vorgespräch und ohne, dass ich das weiß? Ich freue mich, dass sie es so toll findet und so selbstverständlich in diese Freiheiten eines Schulkindes hineinwächst. Ich bin vor allem überaus dankbar dafür, dass es ihr so viel Spaß macht und sie auch in der dritten Woche noch begeistert ist von der Schule. Gewöhnen muss ich mich daran trotzdem.

Zuckertüten und rosa Pferde

Wir haben es jetzt erlebt, eine Einschulung – genauer die Einschulung unserer Maus.

Es war aufregend. Die Maus war Wochen vorher schon unausgeglichen, angespannt und dann auch wieder stolz darauf, dass sie ein Schulkind werden, nicht mehr wie der Mäuserich in die Kita gehen und Lesen lernen wird. Wir hatten zum Glück am Tag vor der Einschulung auch noch etwas Zeit zusammen. Ich habe mit ihr Sportzeug für die Schule gekauft, wir waren in Ruhe beim Bäcker ein Franzbrötchen essen, haben uns die neue Federmappe angesehen, gemeinsam den Schulranzen gepackt und besprochen, wie der Einschulungstag so ablaufen wird. Diese ruhigen Momente zu zweit waren vor dem Besuchs- und Einschulungstrubel auch gut und wichtig, glaube ich.

Es war schön. Der Tag war sonnig. Die von mir selbst gebastelte Schultüte wurde für gut befunden. Der Mäuserich bekam eine Geschwistertüte und war ebenfalls sehr zufrieden. Er hatte zwar ein paar Verständnisschwierigkeiten als es darum ging, dass er nicht mit eingeschult würde und auch kein Mädchen sondern noch etwas älter werden müsse, um zur Schule zu kommen. Er war aber letztlich dann doch damit einverstanden, auch ohne Maus in die Kita zu gehen. Großeltern, Uroma und Tante waren bei allem dabei. Der Einschulungsgottesdienst verlief feierlich und fröhlich, die Maus hat später in der Schulaula ihren Aufruf nicht verpasst und ist auch ohne uns mit in die Klasse gegangen. Sie mag ihre Klassenlehrerin, hat uns beim Abholen stolz ihren Sitzplatz und ihr Klassenzimmer gezeigt und liebt ihren neuen Schulranzen immer noch. Es gab danach jede Menge Braten, Kaffee, Torte, Geschenke und Süßigkeiten. Es gab auch ein paar Tränen und die Maus schlief erschöpft um halb sechs in ihrem Bett beim neuen Hörbuch ein. Dennoch war der Tag besonders schön und heute Morgen hat sie sich bei mir sogar für das Frühstückspaket, den gestrigen Tag und die Geschenke bedankt. Das war ungewöhnlich und hat mir schon wieder die Tränen in die Augen getrieben, denn….

es war alles auch recht emotional…. Vor allem für uns Eltern. Nachdem unsere Maus nun in den letzten Kitamonaten immer aufgeschlossener und selbstständiger wurde, hatte ich gestern und auch heute am ersten richtigen Schultag das ganz starke Bedürfnis, sie noch einmal permanent an die Hand zu nehmen, sie in ihre Klasse zu bringen und den ganzen Tag bei ihr zu sein. Das letzte Mal ging es mir so mit Beginn der Eingewöhnung in der Kita. Ich hatte ihr sogar angeboten, dass sie mich aus der Tür schubst, wie wir es als Abschiedsritual in der Kita immer getan haben. Aber sie meinte nur: „Mama, ich sage Tschüss und dann kannst Du gehen.“ Hätte nur noch gefehlt, dass sie mit den Augen rollt.

Auch mein Mann ist von diesem neuen Lebensabschnitt berührt und froh, dass ich mich heute um das Bringen gekümmert habe. Diese neuerlichen Veränderungen sind für Mütter wie mich schon schwer zu verkraften. Bei mir zeigt sich das immer daran, dass ich auf Unwichtigkeiten unangemessen lange herumgrübele. Heute Morgen konnte ich z.B. den Gedanken nicht los werden, dass die Maus noch keine Hausschuhe in der Schule hat. Nicht, dass das irgendwie schlimm oder gar angemerkt worden wäre. Wir haben auch schon neue Hausschuhe gekauft, die wir dann eben morgen mitbringen können. Ich hatte nur das Gefühl, alles perfekt machen zu wollen, damit die Maus sich bei ihrem Schulstart gegenüber den anderen Kindern nicht schlechter vorbereitet fühlt und konnte auf dem Weg zur S-Bahn nicht aufhören, an mein „Hausschuhversagen“ zu denken.

Am liebsten würde ich die Maus heute sofort nach dem Unterricht wieder abholen, wenn das nicht blöd wäre, weil sich auch die Hortkinder ab heute kennen lernen und gemeinsam mit den Nachmittagsbetreuern das Schulgelände und die neuen Räumlichkeiten erkunden werden. Es ist daher schon gut so, wie es jetzt geplant ist, und ich kann es kaum erwarten, sie heute Nachmittag abzuholen und mir alles anzuhören, was sie so erlebt hat.

Die Einschulung naht

 

Okay, die Zeit läuft. Wir haben nicht wie andere Mütter in unserem Bekanntenkreis schon im Februar den Schulranzen auf einer Ranzenmesse (Was ist das?) erstanden. Wir haben auch nicht schon seit Monaten den Ranzen im Kinderzimmer zum Spielen frei gegeben und wir waren uns nicht darüber im Klaren, dass der Ranzen das gesamte Set von Turnbeutel über Federmäppchen und Trinkflasche im selben Design mit dabei haben kann. Wir haben uns bislang so gar nicht mit der Ranzenfrage beschäftigt. Uns wurde zwar von einigen Müttern versichert, dass wir damit nun schon sehr, sehr spät dran seien! Mein Mann hasst es jedoch, sich mit Dingen vorsintflutlich beschäftigen zu müssen. Und ich hatte dafür bislang auch nicht den Kopf.

Wir waren natürlich inzwischen zum Tag der offenen Tür bei der nahegelegensten und von unserer Maus auch gewünschten Schule (ja, nur dort und nicht an 10 weiteren Schulen), zur schulärztlichen Untersuchung und zum Elternabend für die kommenden Erstklässler. Wir wissen jetzt auch, wie die Hort- und Ferienbetreuung ablaufen wird, welche Freizeitkurse man dazubuchen kann, was eine „Sockelwoche“ ist und wie man die unzähligen Formulare auszufüllen hat. Aber der Schulstart selbst kam uns noch sehr weit weg vor.

Ende der letzten Woche haben allerdings dann auch wir festgestellt, dass der Jahresurlaub und damit die Einschulung unaufhaltsam näher kommen und wir die Ranzenfrage wohl mal angehen sollten, um nicht letztlich doch noch in Zeitnot zu geraten. Wir sind also gestern in den Taschenladen an der Ecke gegangen, haben uns beraten lassen und können jetzt auch berichten, welche Modelle es gibt, wie der Ranzen auf dem Rücken der Maus sitzen muss und was das alles so kostet. Ich musste leider, leider feststellen, dass mein Mann und ich inzwischen auch schon zur Generation gehören, die von sich sagen kann: „So etwas gab es zu meiner Schulzeit noch nicht“. Die Auswahl war für meine Begriffe trotz des Hinweises der Verkäuferin, dass die Ranzen aufgrund der fortgeschrittenen Zeit schon sehr ausgesucht seien, bemerkenswert. Ich hatte bei meinem Schulstart die Wahl zwischen Ledertasche in Rot mit Fußballermotiv und Ledertasche in Rot mit Tiermotiv. Nun gut, ich bin in einem anderen System aufgewachsen. Aber auch mein Mann kannte seinen geliebten Scout-Ranzen erst im fortgeschrittenen Schulalter. Die nostalgischen Erinnerungen meines Mannes führten nun auch dazu, dass es für unsere Maus unbedingt ein Scout sein sollte. Mir gefiel das Vorjahresmodell zum halben Preis! in Blau mit roten Herzmotiven und komplettem Zubehörset am Besten. Aber ob das in den Augen meines Kindes genauso sein würde, konnte ich beim besten Willen nicht vorhersagen. Wir haben Maus und Mäuserich also aus der KiTa abgeholt und sind alle zusammen noch einmal hingefahren.

Der Mäuserich bekam auch einen „Ranzen“. Er kann inzwischen für die Wind-und Wettertage in der KiTa einen Rucksack gut gebrauchen und war dann mit seinem „Ranzen“ auch sehr zufrieden. Wir haben dann also die Maus entscheiden lassen, welche Farbe und welches Motiv sie auf ihrem Schulranzen gerne hätte. Leider wurde es nicht das Vorjahresmodell zum halben Preis mit kompletter Ausstattung. Natürlich nicht. Die Maus hat ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Geschmack und das kann ich akzeptieren. Zum Glück können wir es uns in einem bestimmten Rahmen auch finanziell leisten, in der Frage großzügig zu sein. Es wurde jetzt also etwas mit Rosa und Pferden. Ich hoffe nur, der Ranzen gefällt ihr auch im zweiten oder dritten Schuljahr noch. Mich hat schon einmal sehr beruhigt, dass die Verkäuferin unsere Erwartung bestätigte, dass der Ranzen üblicherweise die gesamte Grundschulzeit begleitet. Ich hoffe auch sehr, dass die Maus nicht doch noch dahinter kommt, dass man das passende Zubehör auch nachkaufen könnte. Das Schöne am Einzelhandel ist, dass man (jedenfalls in unserem Fall) neben der professionellen Beratung auch noch ein paar kostenlose Goodies wie den Brustgurt zum Ranzen und einen Kinderschirm für jedes Kind dazu bekommt. Ein kleines, nettes Einkaufsevent zum Schulstart…..

Die Maus ist überaus stolz auf ihren neuen Schulranzen und durfte ihn auch nach Hause tragen („Mama, sehe ich aus als würde ich gerade aus der Schule kommen?“) und den Rest des Tages „bespielen“. Jetzt ist er jedoch gut verstaut und wartet auf seinen Einsatz zur Einschulung. Federmäppchen und Co. wird die Tante zur Einschulung schenken. Ich denke daher nicht, dass es zwingend das gleiche Motiv sein wird.

Und nun geht es in die nächste Runde zur Schultütenfrage. Wann besorgen wir die denn und was muss dort alles hinein?